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Resturlaub: Das ZweitbuchQuelle: AmazonISBN: 3596168422 4,90 EUR
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Features
Beschreibung
"Pitschi" Greulich hat einen wiederkehrenden Albtraum: "Peter Greulich, bis zu seiner Pensionierung Leiter der Abt. Öffentlichkeitsarbeit und Marketing von Seppelpeter's Spezialbräu, verstarb am 27.11.2056 in Bamberg-Strullendorf. Seiner Ehefrau Sabine und seinen drei leicht übergewichtigen Söhnen hinterlässt er ein Reihenhaus mit Kiesauffahrt und einen sauber polierten 5er BMW" – Seppelpeter! Ehefrau! Reihenhaus mit Kiesauffahrt! Der Horror trägt den Namen fränkische Provinz. Und heiratswillige Frauen! Als letzter unter Pitschis Freunden schickt sich nun Arne an, unter die Haube zu kriechen, um die Kiesauffahrt zu rechen. Das kann doch nicht alles gewesen sein, meint Pitschi allein auf weiter fränkischer Flur!Wenn das nicht Satirefutter genug ist für einen hochtourig laufenden Gagproduzenten wie Tommy Jaud. Vollidiot hieß die mehr als erfolgreiche Zauberformel von der Suche des kleinen Mannes nach dem großen Glück. Nun also "Das Zweitbuch", Variationen desselben Themas. Als Lachsalvenlieferant für den kleinen Hunger zwischendurch eignet sich Pitschi, begnadeter Biertrinker, Fettnapftreter und Störenfried bürgerlichen Wohlbehagens allemal.
Allein die Flop-Idee, Arnes "Junggesellenabschied" mit einer aufblasbaren Puppe zu krönen, macht Pitschi Greulich drastisch klar, wie weichgekocht die ehemaligen Saufkumpane inzwischen sind. Und immer sind die Weiber als Spaßbremsen mit ihrem Gemäkel und ihren Versorgungsansprüchen dran schuld, wenn Männerfreundschaften in die Binsen gehen (siehe "Kiesweg" und "Eigenheim"). Schließlich gerät die Hochzeitsfeier durch Pitschis alkoholgesättigte Festrede in heftigste Schieflage (zuvor schickte bereits ein künstlicher Bulle – Pitschis Spaßbeitrag – den Pfarrer für unbestimmte Zeit ins Nirwana). Jetzt brodelts in Bamberg-Strullendorf. Doch warum hat Dauerfreundin Biene bei dem feierlichen Akt so merkwürdig feuchte Augen bekommen? Pitschi schwant Übles. Zu allem Unglück steht auch noch der jährliche "Malle"-Urlaub vor der Tür. Pitschi trifft eine einsame Entscheidung.
Fränkische Seppelpeter-Deppen, Alk, Malle, Kondome, Arschgeweihe, blonde Dummchen, exotische Strapsträgerinnen, gute Freunde. Es grenzte an ein Wunder, wenn aus diesen schlichten Ingredienzen ein gestandener "Sat1-Wochenshow"-Autor und "Ladykracher"-Produzent wie Tommy Jaud keine Funken schlüge. Aber ein Feuer wird noch lange nicht daraus! –Ravi Unger
Kunden Meinungen
Witzig, aber Ende ist vorprogrammiert
Datum:08.08.2010 - Rating: 4/5Der Hauptdarsteller Pitschi war sofort symphatisch, da fränkischer Herkunft. Man kann die "Verzweiflung" in seiner Situation schon gut nachvollziehen: Sein Leben ist einfach bisher zu eintönig und geradlinig verlaufen, als dass er sich damit zufrieden geben könnte. Seine Idee, die ihm in den Sinn kommt, um schnellstmöglich zu fliehen ist originell und zeugt umso mehr von seiner Verzweiflung. Seine Erfahrungen in Argentinien sind witzig, aber für eine Woche auch zu viel und zu schnell. Vorallem seine Erlebnisse mit dem heißen argentinischen Model sind wohl sehr an den Haaren herbei gezogen. Zudem ist es sehr komisch, dass er ausgerechnet nach der Wahnsinns-Nacht mit ihr wieder Sehnsucht nach zu Hause bekommt. Aber dieser Teil war sowieso vorsehbar und dies ist ein bisschen schade: Die Story ist genau wie Pitschis Leben zu geradlinig und von vorneherein ist das Happy End klar.
Resturlaub - nur ein Zweitbuch
Datum:08.08.2010 - Rating: 2/5Pitschi (allein dieser Spitzname hätte schon skeptisch machen sollen ;-), bei einem Bamberger Bierbrauer als Verkaufsmanager tätig, will der Enge seiner fränkischen Heimat entfliehen und ein neues Leben in Buenos Aires beginnen. Dort lernt er Spanisch (im Buch gibt es viele mehrzeilige, nur unzureichend übersetzte spanische Dialoge), erlebt mäßig amüsante Abenteuer und belügt ständig seine auf Mallorca urlaubende Lebensgefährtin am Telefon. Eigentlich belügt er notorisch, neben seiner Freundin auch noch die Spanisch-Kurs-Leiterin, seine Mitbewohnerin, diverse Taxifahrer, eine Frau aus Stuttgart, eine weitere Frau aus Bamberg...
In Buenos Aires scheint es vor Fränkinnen und Schwäbinnen nur so zu wimmeln, ganz amüsant noch die entsprechenden Passagen im "Ländle-Duktus". Insgesamt aber empfand ich das Ganze als zunehmend langweilig und konnte mich mit Lügen-Pitschi auch nie identifizieren (im Gegensatz zu Simon Peters aus dem Erst- und Drittbuch). Um wenigstens noch zu erfahren, ob er sich nun für sein altes oder neues Leben entscheidet, habe ich nach ca. 2/3 dann direkt zum (erwarteten) Ende weiter geblättert.
Aus meiner Sicht wirklich nur ein "Zweitbuch". Hatte vorher "Vollidiot" (fünf Sterne) und "Millionär" (drei bis vier Sterne) gelesen und war von "Resturlaub" (der Titel erschließt sich auch nicht so recht) ziemlich enttäuscht.
Nette Geschichte aber störende "Spanischdialoge"
Datum:31.07.2010 - Rating: 3/5Das Buch ist nett und witzig geschrieben, die Handlung detalliert beschrieben. Es sind kurze Kapitel somit eignet sich dieses Buch prima als Zu-Bett-geh-Lektüre. Was ich allerdings furchbar störend finde sind die ständigen Spanischdialoge die ich absolut nicht verstehe und nur in nachfolgender Geschichte nachvollziehbar sind. Alles in allem jedoch okay aber kein Vergleich zum Erstbuch das gefiehl mir persönlich um Welten besser!
Amüsant
Datum:22.07.2010 - Rating: 3/5Nach dem Erfolg seines jüngsten Verkaufsschlagers Hummeldumm wurde ich neugierig auf die Machart der Bücher von Tommy Jaud. In einer launigen Erzählung, die durch viele witzige Einfälle glänzt (z.B. ein Hirschkostüm als Werbeaktion im Straßenverkehr von Buenos Aires), führt der Autor den Leser gemeinsam mit seinem Ich-Erzähler Peter "Pitschi" Greulich in die Hauptstadt von Maradona-Land, wo dieser in eine Reihe von Fettnäpfchen tritt. Auslöser der Reise ist Greulichs Unzufriedenheit mit dem bürgerlich-provinziellen Bamberger Allerlei, das Greulich sein Leben nennen muss und in dem die Bierrunden mit seinen Kumpels in der Stammkneipe noch der größte Höhepunkt sind. Als sein Freund Arne die von Greulich nicht geschätzte und mit der wenig charmanten Koseform "die Ente" versehene Freundin ehelicht und seine eigene Freundin Biene ähnliche Ambitionen andeutet, als dann auch noch der x-te Nullachtfünfzehn-Mallorca-Urlaub ansteht, büxt Greulich aus. Er simuliert einen Überfall und bleibt am Flughafen zurück. Er legt Biene einen Abschiedsbrief in den Briefkasten und wenig später sitzt er in einer Maschine nach Argentinien - ohne Rückflugschein. Doch der erhoffte Tapetenwechsel misslingt zunächst: Die erste Person, die Greulich in Buenos Aires über den Weg läuft, ist ausgerechnet eine Bambergerin namens Keks. Und sein Vermieter Pedro ist auch kein aufregender Exot: Er schaut Abend für Abend die DVD von Ice Age 2. Als Biene auf dem Mobiltelefon anruft, bringt Greulich es nicht fertig, den Schlussstrich zu ziehen. Der Neuanfang gerät ins Schlingern. Erst mit der Spanisch-Lehrerin Luna, die für Sprachstudenten soziale Aktivitäten anbietet, geht für Greulich die Sonne auf. Er stürzt sich in eine wilde Affäre mit der rassigen Argentinierin. Doch wie alles im Leben hat auch die einen Haken.
Lügen haben kurze Beine - auch dieser Titel hätte sich für den Roman geeignet, denn die Hauptfigur verstrickt sich im Verlauf der Handlung in so viele Lügen, dass es ein Wunder ist, dass sie am Ende halbwegs unbeschadet daraus hervorgeht. Einiges, was Pitschi Greulich anstellt, ist auch nur bedingt witzig. Mitunter geht es haarscharf am guten Geschmack vorbei. Als Beispiel mag das Kapitel "Bauchgeweih" dienen, in dem Greulich sich mit dem Finger eine pikante Soße in den Allerwertesten schiebt, um bei seinem erotischen Abenteuer die sexhungrige Luna noch ein drittes Mal befriedigen zu können. Die schlüpfrige Szene will sich nicht so recht in Pitschi Greulichs sonst eher harmlos-amüsante Eskapadengalerie fügen, deren unbedarft-naiver Grundton den hauptsächlichen Reiz des Romans ausmacht. Natürlich bleibt auch die Glaubwürdigkeit gelegentlich auf der Strecke. Viel zu viele Zufälle säumen Greulichs Weg. Die Verabredung mit Pedros Großmutter ist lächerlich. Und vor allem die Entführung kurz vor Schluss wirkt wie der berühmte Schlenker zu viel. Unnötig zu erwähnen, dass auch das Ende grausam vorhersehbar ist.
Wenn einige der spanischsprachigen Sätze des Sprachschülers Greulich falsch sind, mag das Absicht sein; dass aber auch das Spanisch der Einheimischen Grammatikfehler aufweist ("estoy buscando un pasajero", S. 142), ist wohl eher einer unprofessionellen Lektorierung anzulasten. Wer wirklich Spanisch spricht, wird Jauds gescheitertes Bemühen um sprachliche Authentizität nur belächeln können. Aber "Resturlaub" ist ein Unterhaltungsroman und kein Reiseführer. Er sollte auch an diesem Anspruch gemessen werden. Dank seiner vielen lustigen Einfälle und einer immer interessanten Handlungsführung ohne Leerlauf eignet sich das Buch bestens als kurzweilige Urlaubslektüre.
Für Freunde von Vollidiot und Hummeldumm.
Rest Urlaub
Datum:22.07.2010 - Rating: 5/5Sehr gelungenes Buch.
Für mich noch besser, als Vollidiot.
Witzig, zum Lachen und so Lebensnah.
Gehört in jedes Bücherregal.
